jfadire dm 2017 08 2Joshua Fadire vom TV Löhne-Bahnhof belegt bei seiner ersten Teilnahme im Zehnkampf der U18 bei Deutschen Meisterschaften den 14. Platz. Athlet ist nicht zufrieden, aber Trainer "Kalle" Held

Die Bad Oeynhausener Luft im Mai bekam Leichtathlet Joshua Fadire vom TV Löhne-Bahnhof besser als die in Filderstadt-Bernhausen am vergangenen August-Wochenende. In der Kurstadt kürte sich der 16-Jährige seinerzeit zum Zehnkampf-König bei den NRW-Meisterschaften. Beim Saisonhöhepunkt, den Deutschen Meisterschaften der U18, blieb der Athlet unter seinen Möglichkeiten und belegte bei seiner ersten Teilnahme bei nationalen Titelkämpfen im Zehnkampf am Ende Platz 14.

"Ich bin natürlich nicht zufrieden, das ist schon enttäuschend", sagt der ehrgeizige Sportler aus Bad Oeynhausen. "Mein Ziel waren die Top 10, und wenn es richtig gut gelaufen wäre, eventuell ein Urkundenplatz unter den Top 8. Das wäre möglich gewesen. Mit dem Ergebnis von Bad Oeynhausen (6.543 Punkte, Anmerkung der Redaktion) wäre es Platz sechs geworden bei der DM.Diese erhoffte Top-Platzierung konnte ich gleich nach dem ersten Wettkampftag begraben nach zwei, drei schlechten Disziplinen. Das war ein sehr bescheidener erster Wettkampftag, an dem ich reichlich Punkte habe liegen lassen." Nach der fünften Disziplin, dem 400-Meter-Lauf, rangierte Joshua Fadire mit 3.098 Punkten auf dem 22. Platz - und verbesserte sich nach fünf weiteren Disziplinen am zweiten Wettkampftag dann immerhin um gleich acht Plätze auf Rang 14. Und das ist dann doch noch etwas Positives, was der Athlet und der ihn beim Wettkampf betreuende Trainer André Düsterhöft mit auf die über 500 Kilometer lange Rückfahrt mitnehmen durften. Und drei neue persönliche Bestmarken hatte Joshua Fadire auch noch im Gepäck: 12,07 Sekunden (zuvor 12,09 Sek.) über 100 Meter, 13,94 Meter (zuvor 13,85 m) im Kugelstoßen und 4,20 Meter (zuvor 4,12 m) im Stabhochsprung. Woran es nun genau gelegen hat, dass der Vorzeige-Athlet des TV Löhne-Bahnhof nicht seine beste Form beim Saisonhöhepunkt hat abrufen können, war so kurz nach dem Wettkampf nicht zu analysieren.

jfadire dm 2017 08 1"Joshua hatte ein paar technische Fehler hier und da drin, und auch Pech gehabt. Der Zehnkampf ist nun mal sehr komplex, es kann Wellentäler geben", sagt der 24-jährige André Düsterhöft, selbst seit Jahren als Zehnkämpfer bei Meisterschaften unterwegs und vor einer Woche bei der DM in Kienbaum bei Berlin mit einem mickrigen Pünktchen an der Bronzemedaille gescheitert (wir berichteten). "Nach so einer langen und auch erfolgreichen Saison hat Joshua noch mal alles gegeben und das Beste aus sich herausgeholt", so das positive Fazit von André Düsterhöft. Und auch Trainer-Urgestein Karl-Heinz "Kalle" Held, der in Bernhausen nicht dabei sein konnte, gewinnt dem 14. Platz bei einer Deutschen Meisterschaft viel Positives ab: "Joshua ist erst Jahrgang 2001 und die meisten vor ihm platzierten Konkurrenten Jahrgang 2000. Somit auch Kräfte mäßig weiter entwickelt. Da relativiert es sich zwangsläufig. Und die Erstplatzierten haben außerdem schon bei WM teilgenommen. Es war ein illustres Teilnehmerfeld, eine andere Liga, für Joshua ein tolles Erlebnis. Bei 42 Teilnehmern ist er im ersten Drittel gelandet. Bei seiner ersten Teilnahme als jüngerer Jahrgang, da bin ich als Trainer durchaus zufrieden mit dem Resultat. Joshua darf stolz sein und auf eine bisher insgesamt erfolgreiche Saison zurückblicken." Nachfolgend chronologisch ein Streifzug durch die zehn Disziplinen im Zehnkampf:

100 METER
Joshua Fadire kam am Samstagmorgen gut rein in den Wettkampf, stellte mit 12,07 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit auf (zuvor 12,09 Sek.). "Das war okay, ich bin mit dem Lauf zufrieden."

WEITSPRUNG
Das lief nicht wie gewünscht, blieb Joshua mit 6,05 Meter etwa einen halben Meter unter seiner Bestleistung (6,52 m). "Am Ende des Anlaufs hatte ich Probleme mit der Geschwindigkeit. Ich habe keine Höhe reinbekommen, bin zu flach gesprungen. Da war ich dann schon mächtig angefressen", sagt der Athlet.

KUGELSTOSSEN
Mit 13,94 Meter (Bestwert 13,85 m) stellte er eine neue persönliche Bestmarke auf. "Da wurde meine Laune wieder besser, puschte es emotional", sagt der 16-Jährige.

HOCHSPRUNG
Mit den 1,65 Meter (Bestwert 1,75 m) war Joshua nicht zufrieden. "Da ging meine Motivation wieder richtig in den Keller. Mir war jetzt klar, dass es mit einem guten Ergebnis im Zehnkampf nichts mehr werden würde."

jfadire dm 2017 08 3400 METER
Nach 54,11 Sekunden (die Bestzeit sind 53,68 Sek.) war er im Ziel. "Ich bin die ersten 200 Meter zu schnell angegangen, nach hinten raus fehlte mir dann die Puste."

110 METER HÜRDEN
Die 16,41 Sekunden bei einer Bestleistung von 16,31 Sekunden sind voll okay. "Nach dem Hochsprung am ersten Wettkampftag schmerzte der Knöchel am linken Fuß, beim Lauf war das aber nicht so schlimm."

DISKUSWURF
"Ich hatte mir vorgenommen, über die 40 Meter zu werfen", sagt Joshua. Da liegt auch seine Bestleistung. Mit den 39,24 Meter war er auch zufrieden.

STABHOCHSPRUNG
Im Training lief es gut für den Athleten des TVL - und auch im Wettkampf bei der DM. Mit 4,20 Meter stellte Joshua Fadire eine neue persönliche Bestmarke auf (zuvor 4,12 m). Und das zauberte ihm dann auch ein Lächeln ins Gesicht.

SPEERWURF
Mit den 57,20 Meter (Bestmarke 57,44 m) war Joshua zufrieden: "Das hat gleich im ersten Wurf super geklappt."

1.500 METER
Wie viele Zehnkämpfer liebt auch Joshua Fadire diese Strecke nicht. "Ich hatte mich mit einem Konkurrenten abgesprochen, das wir zusammen laufen. Wie schon bei den NRW-Meisterschaften in Bad Oeynhausen. Wir wollten jeweils 100 Meter in einer 19er Zeit laufen, der Kollege hatte eine Uhr dabei, die nach 19 Sekunden gepiept hat. Auf den letzten 600 Meter ist mir dann aber ein wenig die Puste ausgegangen." Er überquerte die Ziellinie nach 5:11,83 Minuten (Bestzeit liegt bei rund 4:53 Min.) und schnaufte dann tief durch. Sein erster Zehnkampf auf DM-Ebene war zu Ende.

Jetzt ist nach der langen und wie schon erwähnt erfolgreichen Saison erst mal Pause angesagt. "Ich werde noch bei ein paar Abendsportfesten starten und es locker ausklingen lassen. Insgesamt bin ich zufrieden mit der Saison", sagt Joshua Fadire. In 2018 greift er dann wieder an bei der DM.